Im Herzogenrather Jugendtreff „See you“ ist in den vergangenen Wochen ein besonderes generationsübergreifendes Projekt entstanden: Kinder, Jugendliche und Senior:innen haben gemeinsam die
Modellstadt „Hello City“ entwickelt. Dabei brachten alle Beteiligten ihre Ideen für eine kinder- und altersfreundliche Stadt ein, von mehr Spiel- und Sportflächen über sichere Fahrradwege bis hin zu
Treffpunkten für alle Generationen.
Das Projekt zeigt, wie Beteiligung, Austausch und gemeinsames Gestalten Brücken zwischen Jung und Alt bauen können und neue Netzwerke im Stadtteil entstehen lassen.
Donnerstag, 5. Februar 2026
Alsdorf · Baesweiler · Herzogenrath · Würselen
Neues Generationennetzwerk ist gestartet
Im Herzogenrather Jugendtreff „See you“ ist in den vergangenen Wochen von Kindern und Senioren eine „Stadt der Jugend“ gebaut worden – mit vielen Ideen für alle Generationen.
Von Rauke Bornefeld
HERZOGENRATH Okay, die erste Idee der „Stadt der Jugend“ von Charlotte Unger fiel deutlich größer aus. „Ich habe mir vorgestellt, dass man sie begehen könnte“,
erinnert sich die Herzogenratherin und Studentin der Sozialen Arbeit an der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach lachend an ihre ersten Überlegungen für ihr Beteiligungsprojekt im aktuell noch
Interims-Jugendtreff „See you“ in der Ruifer Straße in Herzogenrath.
Die junge Frau absolvierte in den vergangenen Wochen ein Praktikum beim HOT-Nachfolger St. Gertrud des Anbieters „Jugendhilfe Hand in Hand“.
Jetzt nimmt „Hello City“ zwar lediglich zwei Tische ein und ist doch nicht weniger voll mit klugen und interessanten Ideen.
Kinder und Jugendliche für die kinderfreundliche Entwicklung ihrer Stadt und Seniorinnen und Senioren hatten auch ihre Finger im Spiel.
Während die Kinder immer montags und mittwochs basteln, malen und ein wenig herumsponnen konnten, kamen alle 14 Tage mittwochs auch Menschen wie Elfriede Himmeröder und Marita
Heinen dazu, die sich sonst im gleichen Haus, in dem auch das „See you“ untergebracht ist, zum Bingo-Spielen vom Forum für Menschen mit Behinderung treffen.
„Das war immer ein schönes Aufeinandertreffen. Da war kein Fremdeln“, erinnert sich Himmeröder. „Und es sind interessante Sachen entstanden – wir haben uns zum Beispiel gegenseitig
porträtiert, auch wenn wir uns beim Stadtplan mehr ums Helfen beim Basteln und ums Bastelmaterial gekümmert haben.“
Aber: „Die Kinder hatten schon gute Ideen.“
Zum Beispiel einen Springbrunnen am Franz-Strecker-Platz, um diesen zu verschönern. Oder mehr Beleuchtung rund um den benachbarten Weiher. Von vielem, was sich die Kinder wünschen,
würden auch ältere Menschen profitieren.
Die drei Geschwister Johanna (11), Sebastian (9) und Jonas (7) haben immer wieder an der kinderfreundlichen Stadt mitgebastelt und eigene Ideen mit Klebstoff oder Farbe auf der
Pappunterlage fixiert.
Sebastian hat zwei deutliche Mankos in Herzogenrath ausgemacht: „Es gibt zu wenig Fußballplätze. Und Eiskugeln sollten nur fünf Cent kosten.“Auf letzteres hat die Stadt wohl eher
wenig Einfluss, die Fußball-, Bolz- und Spielplätze obliegen aber sehr wohl ihrer Verantwortung. Also entstand ein liebevoll platziertes Fußballfeld samt Mittelkreis und Sechzehner.
„Wir haben uns zum Beispiel gegenseitig porträtiert, auch wenn wir uns beim Stadtplan mehr ums Helfen beim Basteln und ums Bastelmaterial gekümmert
haben.“
Elfriede Himmeröder
Johanna malte zusammen mit Jonas an jeder Straße auf beiden Seiten einen rot markierten Fahrradstreifen auf: „Wenn ich jetzt mit dem Fahrrad auf der Straße fahre, habe ich Angst.
Wir brauchen mehr Fahrradwege“, forderte die Schülerin. Und es soll einen Spielplatz nur für Jugendliche geben, der neben dem Fußbalplatz Raum in „Hello City“
gefunden hat.
...
Was in „Hello City“ Einzug gehalten hat, sind keine Luftschlösser, sondern sehr realistische Vorstellungen von einem Ort, an dem sich viele Menschen wohlfühlen können. Dass
ein funktionierendes Schwimmbad dazugehört ist klar - in der Mitte des 3D-Plans hat es seinen Platz gefunden.
Die ersten Bande sind geknüpft
„Eine Sache umzusetzen, wäre bestimmt möglich“, hofft nicht nur Jonas auf mehr Resonanz auf die freundlichen Worte und interessierten Begutachtungen der „Hello City“ durch
anwesende Kommunalpolitiker.
...
Dieses Mal haben sich Jung und Alt gegenseitig porträtiert. Es wurde viel gelacht und am Ende sind echte Unikate entstanden. Schauen Sie gern mal rein!
Was für ein Tag! Danke an alle, die beim 30-jährigen Jubiläum unseres Forums für Menschen mit Behinderung dabei waren. Eure Gespräche, euer Interesse und eure
Offenheit haben den Tag besonders gemacht. Ein großes Danke auch an alle, die im Hintergrund organisiert, aufgebaut, begleitet und unterstützt haben. Gemeinsam bleibt Herzogenrath ein Stück
barriereärmer und menschlicher.
Beim Markt der Möglichkeiten in Herzogenrath-Merkstein dreht sich alles um Engagement und Teilhabe: Auf dem August-Schmidt-Platz stellen sich Vereine, Verbände, Religionsgemeinschaften, soziale Einrichtungen und Initiativen vor und zeigen, wie man mitmachen kann. Organisiert wird der Tag vom
Stadtteilbüro Merkstein.
Wir als Forum für Menschen mit Behinderung waren dort ebenfalls mit einem Stand dabei. Wir haben uns über alle Besucher:innen, die uns
angesprochen haben, gefreut. Egal ob ihr selbst mit oder ohne Behinderung lebt, euch Barrierefreiheit wichtig ist oder ihr einfach neugierig seid: Wir waren gerne mit euch im Austausch!
Beim Osterfrühstück im Forum für Menschen mit Behinderung war wieder spürbar, wie gut Austausch, Begegnung und ein bisschen gemeinsames Innehalten tun. Die Fotos dazu findet ihr in diesem
Beitrag.
Wir wünschen allen Mitgliedern, Leser:innen und Interessierten eine ruhige, freundliche Osterzeit.
Passt gut auf euch auf und genießt die Feiertage.
Herzliche Grüße
Euer Forum für Menschen mit Behinderung (Herzogenrath)